Wir haben ein kurzes Verzeichnis erstellt, um für mehr Transparenz zu sorgen und die Materialien vorzustellen, mit denen wir arbeiten; hello, Conscious Fashion Ratgeber
Wir haben lange recherchiert und mit diversen Unternehmen gesprochen bis wir die Materialien und Stoffe gefunden haben, die wir verwenden wollten. Unser Ziel war es, die bestmöglichsten Stoffe und Materialien zu finden. Besonders wichtig ist uns hierbei die Verarbeitung der Fasern und die damit verbundene CO2- Emission, die Toxizität sowie der Ressourcenverbrauch während der Produktion wie z.B. Energie, Wasser oder Landverbrauch. 
Neben dem höchsten Maß an Umweltfreundlichkeit ist uns ein gutes Tragegefühl wichtig, denn nicht nur das Gewissen sollte sich gut fühlen. Aus diesem Grund haben wir uns entschieden nur mit folgenden Stoffen zu arbeiten:
100% TENCEL™ Lyocell, 100% kbA Baumwolle, Linen, Bambus Seide, und kbT Wolle.

Ein anderer Faktor, der das Wohl unserer Welt beeinflusst, ist die Art und Weise, wie wir unsere Kleidung pflegen. Wir empfehlen die Maschinenwäsche bei 30°C und einen Schleudergang mit einer niedrigen Drehzahl, so verringert man den negativen Einfluss auf die eigene CO2 Bilanz und schont die Fasern der Kleidung. Wenn beispielshalber alle europäischen Haushalte nur noch bei 30°C waschen würden, könnten wir gemeinsam 12 Millionen Tonnen CO2 einsparen. 

Des Weiteren darf hello’ben Kleidung bitte nicht im Trockner getrocknet werden, denn je feiner die Stoffe, desto schonender sollte der Waschvorgang sein. Am liebsten haben es unsere Teile, wenn sie bei Handwäsche in der Maschine gewaschen werden und anschließend liegend getrocknet werden.
 

Tencel 

(hergestellt aus TENCEL™ Lyocell Fasern, produziert von der Firma Lenzing in Österreich)

Produktion

TENCEL™ Lyocell wird aus Buchen- oder Eukalyptusholz hergestellt, das aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammt. Der Anbau dieser Hölzer erfordert weder den Einsatz von Pestiziden noch eine zusätzliche, künstliche Bewässerung.

Emission

Bei der Herstellung von TENCEL ™ Lyocell betragen die Luftemissionen 4 g Schwefeldioxid (SO2) und 2 g Distickstoffgase (NOx) pro kg TENCEL ™ Lyocell. Die Wasseremission beträgt 230 g Natrium- und Magnesiumsulfat und 11 g chemischen Sauerstoffbedarf.

Wasser- und Lösungsmittelverbrauch

Das österreichische Unternehmen, das TENCEL ™ Lyocell-Fasern herstellt, hat ein kreisförmiges Recyclingsystem entwickelt, mit dem 99,7% des Prozesswassers zurückgewonnen und Lösungsmittel wiederverwendet werden können. Daher ist die Rückgewinnung der eingesetzten Chemikalien nahezu gleich hoch, wie die Menge der ursprünglich eingesetzten Chemikalien. Der Wasserverbrauch für die TENCEL ™ Lyocell-Produktion beträgt 100 l / kg; das ist ca. 20-mal niedriger als der Wasserverbrauch bei der Herstellung von konventioneller Baumwolle.

Warum ist Tencel eine bessere Wahl als Viskose?

Toxine

Viskose wird, wie TENCEL ™ Lyocell aus Holz bzw. Zellulosefasern hergestellt. Der wesentliche Unterschied zwischen den beiden ist der Herstellungsprozess. Die Herstellung von Viskosefasern erfordert den Einsatz toxischer Chemikalien wie Natriumhydroxidlösung und Ethanol. Die innovativen Lyocell-Fasern, die unter TENCEL ™ Lyocell verkauft werden, werden unter Verwendung des ungiftigen Lösungsmittels N-Methylmorpholin-N-oxid (NMO) hergestellt.
 

Energieverbrauch

Die Produktion von Chemiefasern wie Polyester und Viskose erfordert den Einsatz großer Mengen fossiler Brennstoffe wie zum Beispiel Mineralöl. Daher verursachen sie einen hohen energetischen Verbrauchswert von ca. 72,8 MJ / kg. Der Energieverbrauch der TENCEL ™ Lyocell-Produktion hingegen ist nur 21 MJ / kg.
TENCEL ™ Lyocell ist biologisch abbaubar - am Ende ihres Lebenszyklus werden die Fasern also wieder Teil unseres Ökosystems.


Bio-Baumwolle (kbA-zertifiziert)

Produktion

Bio-Baumwolle wird Baumwolle genannt, deren Pflanzen nicht gentechnisch verändert sind und für den Anbau ohne synthetische Agrarchemikalien zertifiziert sind. Die Landwirte, die Bio-Baumwolle anbauen, verwenden keine Düngemittel, Pestizide oder Entlaubungsmittel.
Um sicherzustellen, dass die vorgegebenen Standards eingehalten werden, müssen die  Landwirte die EU-Verordnung 834/2007 einhalten.
Die biologische Baumwollproduktion ist ein systemischer Ansatz, der darauf abzielt, ein vielfältiges und ausgewogenes landwirtschaftliches Ökosystem zu schaffen, das idealerweise alle Arten von Kulturpflanzen und landwirtschaftlichen Aktivitäten mit einschließt. Die Betriebe müssen in der Regel eine Umstellungszeit von 2 Jahren in Kauf nehmen. So lange dauert es, das Produktionssystem von konventionell auf ökologisch umzustellen.*
Ein wesentliches Element der ökologischen Baumwollproduktion ist die sorgfältige Auswahl der Sorten, die an die örtlichen Bedingungen in Bezug auf Klima, Boden und Robustheit gegenüber Schädlingen und Krankheiten angepasst sind. Das Bodenfruchtbarkeitsmanagement und die Pflege der Pflanzen basieren auf der Diversifizierung der Pflanzen und organischen Inputs wie Kompost, Mulch und Dünger.

CO2 Emissionen – kg CO2e pro kg Faser. 

Bio-Baumwolle: 2,5 vs. konventionelle Baumwolle: 6. Neben dem Anbau treten die höheren Emissionen vor allem während der Herstellung von Kleidung, z. B. T-Shirts, auf. Diese machen 88% der Gesamtemission aus. Deshalb arbeiten wir mit Fabriken in Deutschland und Portugal zusammen, um sicherzustellen, dass deren Energiebilanz optimiert und so nachhaltig wie möglich ist.

Warum ist Bio-Baumwolle die bessere Wahl?

Umwelteinfluss 

Laut einer Studie, die mit Biobauern in Odisha, Indien, durchgeführt wurde, sind die wichtigsten Veränderungen, die durch den Anbau von Bio-Baumwolle, auftreten, die Verbesserung der Bodenbedingungen, die Diversifizierung der Anbaumuster und die Reduzierung der freigesetzten toxischen Agrochemikalien sowie die Erhaltung der biologischen Vielfalt. *

Soziale Auswirkungen

Die Lebensbedingungen und die Gesundheit der Landwirte hat sich durch den ökologischen Anbau signifikant verbessert. Die Ernährungssicherheit nahm zu und die Landwirte konnten in die Bildung ihrer Kinder investieren. Der Lebensstandard hat sich somit stark verbessert. *

Wirtschaftliche Auswirkungen

Landwirte, die von der konventionellen Baumwollproduktion zur ökologischen Produktion übergingen, verzeichneten geringere Produktionskosten. Diese Kostenreduzierung geht zurück auf den Verzicht auf den Einsatz von teuren und toxischen Düngemitteln, die durch selbst hergestellte, organische Düngemittel und Biopestizide ersetzt werden. Darüber hinaus ist das Saatgut jetzt über Genossenschaften und die Selbstversorgung erhältlich. *

Verwendung von Toxinen bei der konventionellen Herstellung von Baumwollkleidungsstücken

Chemikalien, welche Substanzen mit hohen Werten für adsorbierbares organisches Halogen (AOX), Bleichmittel, Chelatbildner, Chlorverbindungen und Formaldehyd enthalten, werden im konventionellen Baumwollanbau verwendet. Alle diese Substanzen sind jedoch für die Herstellung von Bio-Baumwolle verboten, somit ist der resultierende Stoff reiner und gesünder, für alle, die an der Produktion beteiligt sind und für Dich. 


(Flax) Leinen 

Produktion

Leinen besteht aus Flachs. Der Anbau von Flachs selbst ist, hinsichtlich des Wasser- und Energieverbrauchs sehr ressourcenschonend. Die Extraktion, die Verarbeitung des Materials sowie die Verwendung und Pflege der Faser tragen zu einer höheren Energiebilanz bei. Dennoch ist Bio-Flachs eine der nachhaltigsten Fasern, die man verwenden kann. Unser Stoff besteht aus Tencel und Leinen - ein superweiches Mischmaterial, das wir wegen seiner Zartheit lieben. Es ist auch weniger anfällig für Faltenbildung; das heißt weniger bügeln – mehr Freizeit...

Emission

Glücklicherweise sind Frankreich und Westeuropa die weltweit größten Flachsproduzenten, sodass die Transportemissionen wesentlich geringer sind als bei Bio-Baumwolle.

Toxine

Für den Anbau von Flachs werden, wenn überhaupt, nur wenige chemische Pestizide und Düngemittel benötigt. Die Pflanzen sind von Natur aus sehr robust und kommen daher tatsächlich oft dem Bio-Standard nahe, ohne als solches zertifiziert zu sein. 

Nachhaltigkeit

Flachs ist ein erneuerbarer Rohstoff, da er sehr schnell wächst. Darüber hinaus benötigt Flachs keine künstliche Bewässerung. Wir wollen vor allem Stoffe, die mit der Tautötungstechnik verarbeitet und ohne den schädlichen Einsatz von Chemikalien und Schadstoffen hergestellt werden.


Bambus Seide

Produktion

Bambus ist eine natürliche Faser die dafür bekannt ist, sich schnell auszubreiten und ebenso schnell zu wachsen. Bambus kann bereits nach vier Jahren geerntet werden und muss aus diesem Grund auch nicht nachgepflanzt werden. Die ausgedehnte Wurzelbasis sorgt ständig für neue Triebe – unser Hauptargument Bambusfasern zu verwenden. 

Nachhaltigkeit

Bambus ist ein erneuerbarer Rohstoff und wächst, wie oben erwähnt, besonders schnell.

Cupro

Produktion

Die kurzen Zellulosefasern werden gereinigt und in Flüssigkeit gelöst, das Resultat sind reine regenerierte Fasern. Das Rohmaterial wird hierbei als Produktionsabfall betrachtet. 

Nachhaltigkeit 

Das Unternehmen Asahi Kasei, welches die Bemberg Cupro-Fasern herstellt, hat große Anstrengungen unternommen, um die Umweltbelastung durch den Einsatz innovativer Technologien im Produktionsprozess der Bemberg Cupro-Fasern zu verringern.
2017 hat „Bemberg Cupro“ die Global Recycled Standard-Zertifizierung von Textile Exchange erhalten. Diese Zertifizierung garantiert Transparenz innerhalb der Lieferkette und Rückverfolgbarkeit von recycelten Materialien und Produkten. Asahi Kasei erzielte 2016 fast 99,8% der Null-Abfall-Emissionen, das bedeutet das Unternehmen verursacht  bei er Herstellung von Cupro nur 0,2% Abfall und Emissionen, da unter anderem die Faserabfälle aus dem Bemberg-Herstellungsprozess als Brennstoff für die Stromerzeugung wiederverwendet werden.


KbT zertifizierte Wolle

Nachhaltigkeit

Wolle wird an Land und zu Wasser leicht biologisch abgebaut. Als Faser auf Proteinbasis trägt Wolle nicht zur Verschmutzung durch Mikroplastik bei. Wolle ist ein tierisches Produkt, welches daher eine höhere CO2 Bilanz aufweist als ökologisch angebaute, pflanzliche Fasern – allerdings haben wir bisher keinen adäquaten Ersatz gefunden, aber wir arbeiten daran.

*Quellen
Made-By (2011): Environmental Benchmark for Fibres (Condensed Version), Research performed by Brown & Wilmanns Environmental, LLC, California, USA.
Muthu, S. S. (2017) Sustainable fibres and textiles. Woodhead Publishing
Altenbuchner, C., Vogel, S. and Larcher, M. (2017) 'Social, economic and environmental impacts of organic cotton production on the livelihood of smallholder farmers in Odisha, India', RENEWABLE AGRICULTURE AND FOOD SYSTEMS, 33(4), pp. 373–385
https://www.asahi-kasei.co.jp/fibers/en/bemberg/
 
 
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